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Google-Unternehmensprofil 15 Min. Lesezeit

Google-Unternehmensprofil optimieren: die Stellschrauben

Kategorien, Leistungen, Fotos und Beiträge – welche Angaben im Google-Unternehmensprofil wirklich über Ihre Sichtbarkeit entscheiden.

Für die meisten lokalen Unternehmen ist das Google-Unternehmensprofil der wichtigste Sichtbarkeitskanal – wichtiger als die eigene Website. Es entscheidet darüber, ob Sie im Kartenblock auftauchen und ob jemand anruft, ohne Ihre Seite je zu besuchen.

Das Google-Unternehmensprofil – vielen noch unter dem alten Namen „Google My Business” bekannt – ist der kostenlose Firmeneintrag, der in der Google-Suche, im Map-Pack und in Google Maps erscheint: mit Öffnungszeiten, Telefonnummer, Fotos, Bewertungen und Anfahrt. Für viele Interessenten ist dieses Profil der einzige Kontaktpunkt mit Ihrem Unternehmen: Sie suchen, sehen den Eintrag, rufen an oder lassen sich die Route anzeigen – die Website bleibt außen vor. Umso erstaunlicher ist, wie viele Profile halb leer, veraltet oder nie offiziell übernommen sind. Dieser Artikel geht die Stellschrauben der Reihe nach durch – von der Pflicht bis zur Kür, sortiert nach Wirkung.

Schritt null: das Profil übernehmen und verifizieren

Bevor irgendetwas optimiert werden kann, muss das Profil Ihnen gehören. Google legt Einträge häufig automatisch aus öffentlichen Quellen an – es kann also gut sein, dass Ihr Unternehmen längst bei Google Maps steht, ohne dass Sie je etwas dafür getan haben. Solche unbeanspruchten Profile sind ein Risiko: Jeder Nutzer kann Änderungen vorschlagen, und niemand merkt es, wenn dort plötzlich falsche Öffnungszeiten stehen.

Der Weg ist unkompliziert und kostenlos: Profil bei Google suchen, auf „Inhaber dieses Unternehmens?” klicken und die Inhaberschaft beantragen – den genauen Ablauf beschreibt Google in der Hilfe unter Unternehmensprofil hinzufügen oder Anspruch darauf erheben. Zur Bestätigung verlangt Google eine Verifizierung, je nach Fall per Video, Telefon, E-Mail oder Postkarte. Erst danach haben Sie die volle Kontrolle über alle Angaben – und erst dann lohnt sich alles Weitere in diesem Artikel.

Wichtig für Dienstleister ohne Ladengeschäft: Auch ohne Besucheradresse können Sie ein Profil führen. Google unterstützt sogenannte „Unternehmen mit Einzugsgebiet” – Sie hinterlegen dann Ihr Servicegebiet und verbergen die Privatadresse. Ein Handwerker ohne Ausstellungsraum oder ein mobiler Pflegedienst ist also nicht ausgeschlossen, im Gegenteil.

Die Hauptkategorie ist die wichtigste Einstellung

Keine andere Angabe hat so viel Einfluss darauf, für welche Suchanfragen Sie überhaupt in Frage kommen. Wählen Sie die Kategorie, die Ihr Kerngeschäft am genauesten beschreibt – nicht die breiteste. Ein Betrieb, der überwiegend Bäder saniert, fährt mit „Sanitärinstallateur” besser als mit „Bauunternehmen”.

Nebenkategorien ergänzen weitere Leistungen. Wichtig: Jede Nebenkategorie sollte einer Leistung entsprechen, die Sie wirklich anbieten. Kategorien zu sammeln, um mehr Suchanfragen abzudecken, verwässert die Relevanz.

Zwei praktische Tipps zur Kategorienwahl:

Schauen Sie ab, was funktioniert. Suchen Sie nach Ihrem wichtigsten Suchbegriff und prüfen Sie, welche Hauptkategorie die Unternehmen im Map-Pack verwenden (sie steht direkt im Eintrag). Das ist keine Garantie, aber ein starkes Indiz dafür, welche Kategorie Google für diese Suche heranzieht.

Präzision schlägt Breite – auch bei Spezialisierung. Eine Bäckerei mit angeschlossenem Café wählt „Bäckerei” als Hauptkategorie und „Café” als Nebenkategorie – nicht umgekehrt, wenn der Kernumsatz aus dem Backgeschäft kommt. Und wer sein Profil später neu ausrichtet (etwa vom Generalisten zum Spezialisten), sollte zuerst hier ansetzen: Ein Kategorienwechsel kann die Sichtbarkeit spürbar verschieben – in beide Richtungen.

Leistungen und Beschreibungen ausfüllen

Unter „Leistungen” können Sie einzelne Angebote mit eigener Beschreibung anlegen. Dieses Feld wird oft leer gelassen – dabei ist es einer der wenigen Orte, an denen Sie in eigenen Worten erklären können, was Sie tun. Formulieren Sie konkret und in der Sprache Ihrer Kunden.

Das heißt: Schreiben Sie „Badsanierung aus einer Hand”, „Wurzelbehandlung” oder „Beratung im Arbeitsrecht” – nicht „ganzheitliche Lösungen im Sanitärbereich”. Ihre Kunden suchen mit Alltagsbegriffen, und genau diese Begriffe gehören in die Leistungsliste. Jede Leistung kann eine Kurzbeschreibung bekommen; nutzen Sie die zwei, drei Sätze, um zu sagen, was enthalten ist und für wen das Angebot gedacht ist.

Dazu kommt die Unternehmensbeschreibung – der Freitext, der Ihr Unternehmen als Ganzes vorstellt. Bewährt hat sich ein einfacher Aufbau: erster Satz Kerngeschäft und Einzugsgebiet, dann zwei bis drei Sätze zu Schwerpunkten und Arbeitsweise, zum Schluss was Sie unterscheidet. Schreiben Sie für Menschen, nicht für den Algorithmus – Keyword-Aneinanderreihungen liest Google längst als das, was sie sind. Alle diese Felder pflegen Sie direkt in der Profilverwaltung; eine Übersicht aller bearbeitbaren Angaben liefert die Google-Hilfe zum Bearbeiten des Unternehmensprofils.

Und beim Unternehmensnamen gilt eine eiserne Regel: Der Profilname ist Ihr echter Name – ohne Zusätze. „Müller Sanitär – Badsanierung Notdienst 24h München” mag verlockend wirken, verstößt aber gegen die Google-Richtlinien zur Unternehmensdarstellung und riskiert im Wiederholungsfall die Sperrung des Profils. Der Platz für Leistungsbegriffe sind Kategorien und Leistungen, nicht der Name.

Praxisbeispiel 1: Das nie übernommene Profil

Ein typisches Szenario: Ein Restaurant wundert sich über ausbleibende Reservierungen am Montag – bis ein Stammgast erwähnt, laut Google habe das Lokal montags geschlossen. Was war passiert? Das Profil war nie offiziell übernommen worden. Google hatte es automatisch angelegt, irgendwann hatte ein Nutzer „Montag: geschlossen” vorgeschlagen, und mangels Inhaber hatte niemand widersprochen. Der Eintrag zeigte außerdem eine veraltete Telefonnummer aus einem alten Verzeichnis.

Nach der Übernahme und Verifizierung war der Spuk in einer Stunde beendet: Öffnungszeiten korrigiert, Nummer aktualisiert, Speisekarte verlinkt, erste eigene Fotos hochgeladen. Die Pointe: Der Schaden entstand nicht durch böse Absicht, sondern durch Abwesenheit. Ein unbeanspruchtes Profil ist wie ein Schaufenster, das Fremde dekorieren dürfen – und dieses Szenario ist erschreckend häufig.

Öffnungszeiten, Kontaktdaten und Attribute

Die unscheinbaren Pflichtfelder entscheiden über Vertrauen:

  • Öffnungszeiten aktuell halten – inklusive der Sonderöffnungszeiten für Feiertage, Betriebsferien und Brückentage. Nichts produziert zuverlässiger schlechte Bewertungen als eine Anfahrt vor verschlossener Tür.
  • Telefonnummer und Website exakt so, wie sie überall sonst stehen – Stichwort NAP-Konsistenz.
  • Attribute setzen, wo zutreffend: barrierefreier Zugang, Terminvereinbarung erforderlich, Parkplätze, Bezahlmöglichkeiten. Diese Angaben erscheinen sichtbar im Profil und beantworten Fragen, bevor sie gestellt werden.
  • Terminlink hinterlegen, wenn Sie Online-Buchung anbieten – der kürzeste Weg vom Suchenden zum Termin.

Nichts davon ist spektakulär. Aber jedes dieser Felder ist ein Punkt, an dem ein Interessent entweder eine Antwort findet – oder abspringt.

Fotos: aktuell schlägt professionell

Profile mit regelmäßig aktualisierten Fotos wirken lebendig. Zeigen Sie Ihre Räume, Ihr Team und Ergebnisse Ihrer Arbeit. Ein Handyfoto von heute nützt mehr als ein Studiofoto von 2019.

Eine sinnvolle Grundausstattung sieht so aus:

  • Außenansicht aus mehreren Blickwinkeln – sie hilft Kunden buchstäblich, Sie zu finden („Ah, das Gebäude neben der Apotheke”)
  • Innenräume, damit der erste Besuch keine Überraschung ist – gerade bei Praxen nimmt das Hemmschwellen
  • Team bei der Arbeit – Menschen schaffen Vertrauen, anonyme Betriebe nicht
  • Arbeitsergebnisse: das sanierte Bad, die fertige Dachfläche, Vorher-nachher wo möglich

Als Rhythmus reicht ein bis zwei neue Fotos pro Monat völlig – Kontinuität zählt mehr als Masse. Die technischen Anforderungen und Verwaltungsfunktionen beschreibt Google in der Hilfe zu Fotos und Videos im Unternehmensprofil.

Wovon Sie die Finger lassen sollten: Stockfotos. Gekaufte Symbolbilder von fremden Empfangstresen und Model-Lächeln wirken im Profil nicht professionell, sondern austauschbar – und fliegen auf, spätestens wenn ein Kunde vor Ort steht. Google kann erkennbar generische Bilder zudem entfernen. Ein ehrliches, gut belichtetes Handyfoto Ihrer echten Räume gewinnt gegen jedes Stockfoto.

Ein rechtlicher Hinweis, der oft vergessen wird: Für Teamfotos brauchen Sie die Einwilligung der abgebildeten Mitarbeiter – das Recht am eigenen Bild (§ 22 KunstUrhG) gilt auch für das Unternehmensprofil. Am besten schriftlich einholen, bevor das Bild online geht; das erspart Diskussionen, wenn ein Mitarbeiter den Betrieb später verlässt. Gleiches gilt für erkennbare Kunden auf Fotos.

Praxisbeispiel 2: Die Foto- und Leistungsroutine

Zweites typisches Szenario: Ein Fliesenlegerbetrieb hat ein verifiziertes, aber karges Profil – Hauptkategorie stimmt, sonst herrscht Leere. Drei Fotos aus der Gründungszeit, keine Leistungen, keine Beschreibung. Bei Suchen nach dem Ortsnamen taucht der Betrieb auf, bei allem Spezifischeren („Großformatfliesen”, „barrierefreie Dusche”) nicht.

Die Umstellung kostet einmalig zwei Stunden und danach zehn Minuten pro Monat: Alle acht Kernleistungen werden mit je zwei Sätzen angelegt – in Kundensprache, von „Badsanierung komplett” bis „Reparatur einzelner Fliesen”. Die Beschreibung nennt Einzugsgebiet und Schwerpunkte. Und nach jeder abgeschlossenen Baustelle wandert ein Ergebnisfoto ins Profil, mit einer Zeile Kontext. Über die folgenden Monate zeigt der Statistikbereich des Profils, wofür das Profil nun erscheint: nicht mehr nur für den Firmennamen, sondern zunehmend für Leistungsbegriffe plus Ort – genau die Suchen, aus denen Aufträge werden. Keine einzelne Maßnahme hat das bewirkt, sondern die Summe der gefüllten Felder.

Besonderheiten nach Branchen

Die Grundregeln gelten überall – aber je nach Branche verschieben sich die Schwerpunkte:

Praxen und Heilberufe: Hier zählt das Profil doppelt, weil viele Patienten direkt aus der Suche heraus anrufen oder buchen. Prioritäten: präzise Kategorien (Fachrichtung statt „Arzt”), ein funktionierender Terminlink zur Online-Buchung und lückenlose Sonderöffnungszeiten in Urlaubszeiten. Und Vorsicht bei allem Öffentlichen: In Antworten auf Bewertungen niemals bestätigen, dass jemand Patient ist – die Schweigepflicht gilt auch im Profil.

Handwerk und Dienstleister mit Einzugsgebiet: Das Servicegebiet ehrlich eintragen – die Orte, die Sie tatsächlich regelmäßig anfahren, nicht den halben Freistaat. Arbeitsergebnis-Fotos sind hier die stärkste Währung: Ein Profil voller echter Baustellenbilder schlägt jede Hochglanz-Broschüre. Wer Notdienste anbietet, pflegt die Erreichbarkeitszeiten besonders sorgfältig.

Gastronomie: Speisekarten-Link, Reservierungsmöglichkeit und aktuelle Fotos von Gerichten und Räumen sind hier praktisch Pflicht – es sind die drei Dinge, die Gäste vor der Entscheidung sehen wollen. Feiertags- und Ferienzeiten sofort eintragen; kaum eine Branche kassiert schneller Ein-Stern-Bewertungen für „stand vor verschlossener Tür”.

Kanzleien und Beratung: Diskretion prägt die Branche, aber das Profil darf trotzdem konkret sein: Rechtsgebiete als Leistungen anlegen, die Beschreibung klar nach Zielgruppen gliedern. Bewertungen kommen hier seltener – umso wichtiger ist es, die wenigen aktiv, aber regelkonform zu fördern und jede einzelne zu beantworten.

Praxisbeispiel 3: Weniger Anfragen, mehr Aufträge

Ein drittes Szenario zeigt, dass Optimierung nicht immer „mehr” bedeutet: Eine Kfz-Werkstatt hat sich über die Jahre auf die Restaurierung klassischer Fahrzeuge spezialisiert, das Profil trägt aber weiter die breite Hauptkategorie „Autowerkstatt”. Die Folge: viele Anrufe für Ölwechsel, Reifenwechsel und TÜV – Anfragen, die der Betrieb gar nicht mehr bedienen will und die Zeit am Telefon kosten.

Nach dem Umbau des Profils – Hauptkategorie „Autowerkstatt für Oldtimer”, Leistungen und Beschreibung konsequent auf Restaurierung, Blecharbeiten und Wertgutachten ausgerichtet, Fotos ausschließlich von Restaurierungsprojekten – ging die Zahl der Anrufe zurück. Und genau das war der Erfolg: Die verbleibenden Anfragen passten zum Angebot, kamen aus einem deutlich größeren Einzugsgebiet und hatten ein Vielfaches des Auftragsvolumens. Das Profil filtert jetzt, statt nur zu sammeln. Wer spezialisiert ist, sollte sein Profil dieselbe Geschichte erzählen lassen – Streuverlust ist auch im Local SEO ein Kostenfaktor.

Drei Mythen, die Zeit und Geld kosten

„Wer Google Ads schaltet, kommt leichter ins Map-Pack.” Nein. Bezahlte Anzeigen und organische Kartenplätze sind getrennte Systeme; Werbebudget kauft keine organische Platzierung. Ads können sinnvoll sein – aber als eigenes Instrument, nicht als Ranking-Beschleuniger für das Profil.

„Für das Profil braucht man eine zertifizierte Agentur.” Es gibt keine offizielle „Google-Zertifizierung” für Unternehmensprofile, und alles in diesem Artikel können Sie selbst erledigen. Dienstleister sparen Ihnen Zeit und Erfahrung – gute erkennen Sie daran, dass sie genau das sagen, statt mit angeblichen Google-Partnerschaften zu drohen oder zu locken.

„Viele Profilaufrufe bedeuten gutes Ranking.” Aufrufzahlen schwanken mit Suchvolumen, Saison und Zufall. Die aussagekräftigen Kennzahlen sind die Aktionen: Anrufe, Routenanfragen, Website-Klicks – und für welche Suchbegriffe Sie überhaupt erscheinen.

Was Sie sich sparen können

Beiträge im Profil sind nett, aber kein Ranking-Hebel. Wer wenig Zeit hat, investiert sie besser in Kategorien, Leistungen und Bewertungen.

Das gilt auch für andere gut gemeinte Dauerbeschäftigungen: tägliches Posten, das Jagen von Foto-Aufrufzahlen oder das ständige Umformulieren der Beschreibung bringen keinen messbaren Ranking-Effekt. Beiträge haben ihren Platz – für zeitlich begrenzte Angebote, Veranstaltungen oder Betriebsferien sind sie ein sinnvolles Schaufenster. Nur sollte niemand erwarten, sich damit ins Map-Pack zu „posten”.

Einen Bereich sollten Sie dagegen nicht ignorieren, obwohl er unscheinbar wirkt: „Fragen & Antworten” im Profil. Dort kann jeder Nutzer öffentlich Fragen stellen – und jeder andere Nutzer kann antworten, auch falsch. Behalten Sie den Bereich im Blick und beantworten Sie Fragen selbst; Sie dürfen dort auch proaktiv die häufigsten Kundenfragen selbst einstellen und beantworten („Gibt es Parkplätze?”, „Brauche ich einen Termin?”).

Erfolg messen: der Statistikbereich

Woher wissen Sie, ob sich die Pflege lohnt? Das Profil liefert die Antwort selbst: Der Statistikbereich zeigt, mit welchen Suchbegriffen Nutzer Ihr Profil gefunden haben und wie viele Anrufe, Website-Klicks und Routenanfragen daraus entstanden sind – erklärt in der Google-Hilfe zur Leistung Ihres Unternehmensprofils. Zwei Blicke lohnen besonders: Erscheinen Sie zunehmend für Leistungsbegriffe statt nur für Ihren Firmennamen? Und steigen die Aktionen (Anrufe, Routen) über die Monate? Das sind die Kennzahlen, an denen sich Profilpflege messen lassen muss – nicht am Bauchgefühl der eigenen Google-Suche.

Was unabhängige Untersuchungen sagen

Dass sich der Aufwand lohnt, ist keine Einzelmeinung: In der jährlichen Local-Search-Ranking-Factors-Umfrage von Whitespark, für die regelmäßig Local-SEO-Experten weltweit befragt werden, zählen die Signale aus dem Google-Unternehmensprofil seit Jahren zu den wichtigsten Faktoren für die Platzierung im Map-Pack. Und die laufende Local Consumer Review Survey von BrightLocal zeigt Jahr für Jahr, wie stark sich Verbraucher bei der Wahl lokaler Unternehmen auf Google-Profile und deren Bewertungen stützen. Beides sind Branchenerhebungen, keine amtlichen Statistiken – aber sie decken sich mit dem, was Google selbst über seine drei Rankingfaktoren sagt, und mit dem, was man in der täglichen Arbeit an Profilen beobachtet.

Apropos Bewertungen: Sie sind das Thema, das Profilpflege und Bekanntheit verbindet – wie Sie systematisch und regelkonform sammeln, steht im Beitrag Google-Bewertungen sammeln.

Häufigster Fehler in der Praxis

Uneinheitliche Kontaktdaten. Wenn Ihre Adresse im Profil anders geschrieben ist als auf Ihrer Website und in Branchenverzeichnissen, erschweren Sie Google die Zuordnung. Mehr dazu im Beitrag über NAP-Konsistenz.

Der zweithäufigste Fehler folgt direkt danach: das Profil als erledigt betrachten. Ein Unternehmensprofil ist kein Eintrag im Telefonbuch, der einmal gesetzt wird und dann ruht – es ist ein lebendiger Kanal, in dem Nutzer Änderungen vorschlagen, Fragen stellen und Bewertungen hinterlassen. Wer nur einmal im Quartal hineinschaut, überlässt die Bühne anderen.

Häufige Fragen zum Google-Unternehmensprofil

Kostet das Unternehmensprofil etwas? Nein. Anlegen, Verifizieren und alle hier beschriebenen Funktionen sind kostenlos. Bezahlt wird bei Google nur Werbung (Google Ads) – die ist vom Profil unabhängig.

Ich werde angerufen: „Ihr Google-Eintrag wird gelöscht, wenn Sie nicht zahlen.” Was ist da dran? Nichts – das ist eine verbreitete Masche. Google ruft keine Unternehmen an, um Zahlungen für den Eintrag zu fordern. Solche Anrufe stammen von Drittanbietern, die mit Druck Verträge verkaufen wollen. Auflegen, nichts unterschreiben.

Wie oft sollte ich das Profil pflegen? Als Faustregel: einmal pro Woche fünf Minuten (neue Bewertungen beantworten, Fragen prüfen) und einmal im Monat eine halbe Stunde (Fotos ergänzen, Angaben kontrollieren, Statistiken ansehen). Dazu anlassbezogen: geänderte Öffnungszeiten sofort eintragen.

Was passiert mit Änderungsvorschlägen von Nutzern? Google kann sie übernehmen – teils ohne Rückfrage. Deshalb gehört der Kontrollblick ins Profil zur Routine: Prüfen Sie, ob Kategorien, Zeiten und Kontaktdaten noch stimmen, besonders nach E-Mails von Google über „aktualisierte Informationen”.

Funktioniert das Profil auch ohne eigene Website? Ja – Profil, Anrufe und Routenanfragen funktionieren auch ohne Website. Empfehlenswert ist die Kombination trotzdem: Die Website liefert Google zusätzliche Relevanzsignale, beantwortet Detailfragen und gehört Ihnen – im Gegensatz zum Profil, dessen Regeln Google jederzeit ändern kann. Wichtig ist dann, dass die verlinkte Seite schnell lädt und mobil sauber funktioniert, sonst verpufft der gewonnene Klick.

Warum zeigt Google andere Öffnungszeiten an, als ich eingetragen habe? Meist stecken Nutzer-Änderungsvorschläge oder automatische Feiertagshinweise dahinter. Prüfen Sie im Verwaltungsbereich, ob Änderungen übernommen wurden, korrigieren Sie sie und pflegen Sie die Sonderöffnungszeiten für Feiertage selbst – dann hat Google keinen Anlass, zu raten.

Ich habe mehrere Standorte – brauche ich mehrere Profile? Ja, ein Profil pro tatsächlichem Standort mit eigener Adresse und eigenem Team. Wichtig ist, dass jeder Standort seine eigenen, konsistenten Daten hat – und dass es keine Duplikate für denselben Standort gibt.

Es existieren zwei Profile für meinen einen Standort – was nun? Das passiert häufiger, als man denkt, etwa nach Umzügen oder Umfirmierungen. Behalten Sie das Profil mit den Bewertungen und der besseren Historie, und melden Sie das andere über die Profilverwaltung als Duplikat zur Entfernung bzw. Zusammenführung. Zwei parallele Profile teilen Bewertungen und Signale untereinander auf – der klassische Fall von selbst gemachter Konkurrenz.

Der 60-Minuten-Fahrplan

Zum Abschluss das Ganze als Arbeitsplan – eine Stunde konzentrierte Zeit, danach nur noch Routine:

  1. Minuten 1–10: Zugriff klären. Profil suchen, Inhaberschaft prüfen. Nicht übernommen? Anspruch stellen und Verifizierung anstoßen (die Wartezeit läuft dann im Hintergrund).
  2. Minuten 10–20: Kategorien. Hauptkategorie auf das Kerngeschäft schärfen, Nebenkategorien auf tatsächliche Leistungen beschränken, überflüssige entfernen.
  3. Minuten 20–35: Leistungen und Beschreibung. Die acht bis zwölf wichtigsten Angebote in Kundensprache anlegen, je zwei Sätze dazu. Unternehmensbeschreibung nach dem Muster: Kerngeschäft, Einzugsgebiet, Schwerpunkte, Unterschied.
  4. Minuten 35–45: Basisdaten. Öffnungszeiten inklusive der nächsten Feiertage, Telefonnummer und Website exakt in der überall verwendeten Schreibweise, Attribute und Terminlink setzen.
  5. Minuten 45–55: Fotos. Mindestens Außenansicht, Innenraum, ein Team- und zwei Ergebnisbilder hochladen (Einwilligungen vorher klären).
  6. Minuten 55–60: Routine festlegen. Wöchentlichen Fünf-Minuten-Termin für Bewertungen und Fragen einstellen, monatlichen Halbstunden-Termin für Fotos und Statistik-Blick.

Wer diese Stunde investiert, hat mehr für seine lokale Sichtbarkeit getan als ein Großteil der Mitbewerber im Umkreis – und eine Basis, auf der Bewertungsaufbau und alles Weitere aufsetzen können.

Fazit

Das Google-Unternehmensprofil ist der Ort, an dem lokale Sichtbarkeit entschieden wird – und zugleich der Kanal mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung: übernehmen, Hauptkategorie präzise wählen, Leistungen in Kundensprache füllen, Fotos in ruhiger Routine nachlegen, Bewertungen beantworten, einmal pro Woche kurz hineinschauen. Nichts davon erfordert Budget oder Agentur-Werkzeuge – nur Konsequenz. Genau deshalb ist ein gepflegtes Profil ein so verlässlicher Vorsprung: Die meisten Mitbewerber bringen diese Konsequenz nicht auf.

Wenn Sie Ihr Profil systematisch aufbauen möchten, finden Sie die einzelnen Schritte unter Google-Unternehmensprofil.

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